Als ich wieder in der Stadt war, setzte ich mich in mein Auto und fuhr in den Wald zum Pilzesammeln. Genau wie in meinem Traum, den ich kurz vor dem geplanten Kauf gehabt hatte, streifte ich durch einen alten, knarrenden Kiefernwald. Die riesigen Bäume berührten mit ihren dunklen, harzigen Nadeln den tiefblauen Himmel, der bereits nach Herbst aussah. Mein Korb wurde immer schwerer. Mehr als zur Hälfte war er gefüllt mit festen, schneeweißen Täublingen und dunkelhütigen, feucht glänzenden Butterpilzen. Von früh am Morgen bis zum Sonnenuntergang wanderte ich umher und vergaß dabei alles.

Die rote Sonne versank hinter den fernen Hügeln. Ich saß auf einer Decke neben meinem Wagen, der Pilzkorb stand neben mir. Nach Hause wollte ich überhaupt nicht. Am liebsten wäre ich in diesem uralten, weiten Wald geblieben, ein kleiner Teil von ihm. Doch es wurde kühl, und warme Kleidung hatte ich nicht mitgenommen. Also musste ich zurück.

Unter den Reifen zog sich die einsame Nachtstraße dahin. Im Licht der Scheinwerfer stoben Motten und kleine Nachtfalter auseinander, während der Wagen vorwärtsglitt. Ich schaltete Musik ein, hörte die Lieder meiner Lieblingsband und dachte daran, dass die Trennung von Leon richtig gewesen war. Wir waren zu verschieden. Er hing zu sehr an seiner Mutter und war viel zu wenig bereit, meine Meinung, meine Wünsche, mein Leben ernst zu nehmen. Früher oder später wären wir ohnehin auseinandergegangen. Besser jetzt, nachdem er unser Geld zu ihr getragen hatte. Ich wusste, dass ich meine Entscheidung nicht bereuen würde. Und später bestätigte mir das Leben mehr als einmal, dass ich recht gehabt hatte.

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Im Frühjahr tauchte Thomas König im Dorf auf. Allein. Mit einem einzigen Koffer, einem Rucksack über der Schulter und ein paar Arbeitspapieren, in denen knapp stand: „Schlosser, fünfte Qualifikationsstufe. Geschieden. Keine Kinder.“ Mehr brachte er nicht mit. Kein eigenes Haus. Keine Angehörigen. Keine Vergangenheit, über die er gern gesprochen hätte.

Er zog in ein verlassenes Häuschen am Rand des Ortes. Das Gebäude war alt, das Dach undicht, die Fensterscheiben eingeschlagen. Die früheren Besitzer waren vor etwa zehn Jahren in die Stadt gegangen, seitdem stand es leer und verfiel.