„Einverstanden“, sagte er hastig.
„Zweitens: Du lernst, deiner Mutter Grenzen zu setzen. Nicht ständig und nicht bei jeder Kleinigkeit. Aber wenn es um uns geht, um unsere Wohnung, um unsere Ehe, dann stehst du an meiner Seite. Auch wenn es unangenehm wird. Auch wenn sie beleidigt ist. Auch wenn du dich dabei schlecht fühlst.“
Lukas schluckte. Diese Bedingung traf ihn tiefer als die erste. Doch nach einem Moment nickte er.
„Einverstanden.“
Emilia trat einen Schritt näher.
„Und drittens: Du hörst auf, dich wie ein Junge zu benehmen, der Angst hat, seine Mutter traurig zu machen. Du bist ein erwachsener Mann. Du hast eine Frau. Es wird Zeit, dass du entscheidest, mit wem du dein Leben führst.“
Da zog er sie an sich. Fest, beinahe verzweifelt, als könnte er sie allein durch diese Umarmung davon überzeugen, dass er verstanden hatte.
„Mit dir“, sagte er heiser. „Ich entscheide mich für dich. Bitte verzeih mir.“
Eine ganze Weile standen sie so da, umgeben von der stillen Wohnung, in der noch immer alles falsch stand und sich doch zum ersten Mal wieder etwas richtig anfühlte. Schließlich löste Emilia sich aus seinen Armen. Sie sah zur Küche hinüber und seufzte.
„Gut. Dann stellen wir zuerst meinen Schreibtisch wieder ans Fenster.“
Lukas nickte.
„Und, Lukas?“
„Ja?“
„Ruf deine Mutter an. Nicht, um sie anzuklagen. Nicht, um ihr Vorwürfe zu machen. Erklär ihr ruhig, warum es so gekommen ist. Sie muss verstehen, dass wir unsere eigenen Regeln haben.“
Er nickte erneut. Zum ersten Mal seit vielen Jahren fühlte er sich nicht mehr wie ein kleiner, verängstigter Junge, der zwischen zwei Frauen hin- und hergerissen wurde. Er fühlte sich wie ein Mann, der eine Entscheidung getroffen hatte. Eine schwere, aber die einzig richtige. Seine Familie war hier. Bei Emilia. Und es war seine Aufgabe, sie zu schützen.
Gemeinsam schoben sie die Möbel an ihre alten Plätze zurück. Der Schrank kam aus der Küche, das Sofa wieder an die Wand, der kleine Tisch dorthin, wo er hingehörte. Und als Emilias Schreibtisch endlich wieder am Fenster stand, lächelte sie zum ersten Mal in dieser Woche.
Ihre Wohnung war wieder ein Zuhause.
Kein Schlachtfeld mehr.