Theo, der ihr gefolgt war, blieb abrupt stehen.

Sein Grinsen war mit einem Schlag verschwunden.

Laura warf erst einen Blick auf die Rechnung, dann sah sie mich an.

„Was ist passiert?“

„Ich habe Speisen und Getränke im Wert von etwa 125 Euro bestellt. Abgerechnet wurden mir 800 Euro. Als ich nachfragte, erklärte man mir, ich solle nicht in dieses Restaurant kommen, wenn ich es mir nicht leisten könne.“

Laura wurde sichtbar blass.

„Das tut mir sehr leid. Wir klären das sofort.“

Sie nahm die Rechnung an sich und öffnete auf ihrem Tablet das Kassensystem. Während sie Position für Position überprüfte, stand Theo schweigend neben ihr. Sein Gesicht war starr, aber seine Augen wanderten unruhig von Laura zu mir und wieder zurück.

Nach etwa einer Minute zog Laura die Augenbrauen zusammen.

„Das ist seltsam.“

„Was genau?“, fragte ich.

„Die zusätzlichen Speisen und Getränke sind tatsächlich im System gebucht worden. Allerdings nicht ursprünglich auf Ihren Tisch.“

Sie drehte das Tablet so, dass ich den Bildschirm sehen konnte.

Die fraglichen Positionen waren zunächst einer anderen Tischnummer zugeordnet gewesen. Einige Minuten später hatte jemand sie auf meine Rechnung verschoben.

„Wer hat diese Änderung vorgenommen?“, fragte ich.

Laura öffnete das Änderungsprotokoll.

Dort stand ein Benutzername: Theo S.

Ich hob den Blick und sah den Kellner direkt an.

„Kannst du mir erklären, weshalb du Bestellungen von einem anderen Tisch auf meine Rechnung übertragen hast?“

Theo schluckte hörbar.

„Das muss ein Fehler im System sein.“

„Ein Systemfehler, der zufällig unter deinem Benutzerkonto passiert ist und dich gleichzeitig dazu gebracht hat, mich vor anderen Gästen zu beleidigen?“, fragte ich.

„Ich wollte niemanden beleidigen.“

„Das hast du gerade eben getan. Und zwar nicht leise.“

Er sah sich hastig um, als würde ihm erst in diesem Moment bewusst werden, dass mehrere Gäste das Gespräch verfolgten.

Laura scrollte weiter durch das Protokoll. Plötzlich hielt sie inne. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich von Irritation zu ernster Besorgnis.

„Herr Köhler“, sagte sie langsam, „das ist nicht das erste Mal.“

Sie öffnete mehrere ältere Rechnungen und legte sie nebeneinander auf dem Tablet ab. Bei vier weiteren Vorgängen waren ähnliche Änderungen vorgenommen worden.

In zwei dieser Fälle waren hochpreisige Getränke nachträglich auf fremde Tische gebucht worden. Bei einem weiteren Vorgang hatte ein Gast für eine Vorspeise gezahlt, die niemals Teil seiner Bestellung gewesen war.

Ich sah Laura an.

„Haben Sie sich diese Abrechnungen damals angesehen?“

Sie presste kurz die Lippen aufeinander.

„Die Reklamationen sind mir aufgefallen“, gab sie zu. „Aber es ging jeweils um vergleichsweise geringe Summen, und die Begründungen wirkten im ersten Moment nachvollziehbar. Ich hätte tiefer einsteigen müssen.“

„Darüber reden wir später noch.“

Danach richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder auf Theo Schmitt.

„Also? Weshalb hast du das gemacht?“

Sein Blick sank zu Boden.

„Das war ein Versehen. Ein Missverständnis.“

„Und das gleich viermal?“