Anschließend erschien Dorothea Albrecht, um die Reste ihrer gescheiterten Besatzungszone einzusammeln: Kartons, Kristallgläser und den großen Traum, eine rumänische Anrichte in meinem Schlafzimmer aufzustellen.

Schweigend schleppte sie ihre Habe zum Aufzug, während Karoline Meyer, die natürlich genau in diesem Moment auf den Hausflur getreten war, sie mit prüfendem Blick von Kopf bis Fuß musterte.

Von Dorothea Albrechts früherer Feldherrinnenhaltung war nichts mehr übrig. Sie erteilte keine Befehle, warf keinen einzigen Blick mehr in Richtung meines Schlafzimmers und tat so, als sei sie nur zufällig mit einem halben Hausstand hier vorbeigekommen.

Karoline Meyer konnte sich selbstverständlich nicht zurückhalten.

„Frau Albrecht, und was ist denn nun mit dem Bürgeramt? Sie wollten sich doch hier anmelden, wenn ich mich recht erinnere?“

Dorothea Albrecht presste den Karton mit den Kristallgläsern so fest an sich, als lägen darin die letzten Überreste ihres Generalstabs.

„Ich habe es mir anders überlegt“, brachte sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

„Kommt vor“, sagte ich. „Manchmal reicht eine Woche Familienglück, damit ein Mensch sich wieder an seine eigene Adresse erinnert.“

Diese sieben Tage mit ihrem leiblichen Sohn hatten Dorothea Albrecht gründlicher kuriert als jede Tablette.

Vom Blutdruck, von der Einsamkeit und vor allem von der Gewohnheit, auf fremde Kosten zu leben.

❦

„Die Möbelpacker sind in einer halben Stunde da“, brachte mein Mann Leon Krause hervor, ohne mir richtig in die Augen zu sehen. Dabei spielte er nervös mit dem Autoschlüssel. „Sophie, fang bitte nicht gleich an, ja?“

Mit dem Wäschekorb in den Händen blieb ich wie angewurzelt stehen. Darin lagen ordentlich seine Hemden, bereit für ihre erste Runde in unserer neuen silbernen Waschmaschine, die erst seit drei Tagen bei uns stand.

„Welche Möbelpacker, Leon?“, fragte ich betont ruhig, obwohl in mir bereits diese vertraute Mischung aus Fassungslosigkeit und Wut hochkochte.

„Na ja…